1. UVM Kamingespräch

1. UVM Kamingespräch

 

Was verbirgt sich hinter einem „Blutspendewettbewerb“ und was hat das mit Unternehmen zu tun?

“Corporate Citizenship – Mit Köpfchen Gutes tun”! Unter diesem Leitspruch eröffnete Alexander Schmid, Geschäftsführer der SMG Miesbach im Namen der UVM Akademie das neue Veranstaltungsformat, die „UVM Kamingespräche“. Die Wirtschaft mit anderen spannenden Bereichen im Landkreis Miesbach zu verknüpfen und über den Tellerrand zu schauen, definiert den Anspruch der UVM Kamingespräche.

Am knisternden Kamin im Kuhstall auf dem Hasenöhrl-Hof führte Moderatorin Christiane Goetz-Weimer von der Weimer Media Group charmant durch den Abend und begrüßte über 40 Zuhörer vorwiegend aus der Unternehmerschaft im Landkreis Miesbach.

Zum Einstieg ordnete Prof. Dr. Martina Wegner, Professorin an der Hochschule München, Fachgebiet „Organisation von Zukunftsdiskursen“, den Begriff „Corporate Citizenship“ als einen Teil der Corporate Social Responsibility und des oftmals inflationär genutzten Begriffes der Nachhaltigkeit ein. Neben der wirtschaftlichen und ökologischen Nachhaltigkeit innerhalb einer Unternehmung, kann „Corporate Citizenship“ dazu beitragen, ein ebenso sozial nachhaltiges Unternehmen zu werden und sich über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus als „guter Bürger“ zu präsentieren.

Im Podium stellte Robert Kießling, Kreisgeschäftsführer des BRK Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Miesbach zahlreiche praktische Möglichkeiten vor, wie ein gemeinsames Projekt zwischen Unternehmen und gemeinnütziger Organisation ausschauen könnte. Zusammen mit Stefan Zimmermann von der OPED GmbH, der ebenfalls der Expertenrunde angehörte, führen BRK und OPED bereits erfolgreich Schnuppertage oder Wochenpraktika in sozialen und / oder ehrenamtlichen Leistungsbereichen für Azubis durch. Lara Schneider, Auszubildende bei der OPED GmbH berichtete spontan aus dem Publikum von ihrer ereignisreichen Woche beim BRK und den dabei gesammelten spannenden Eindrücken.

Stefan Zimmermann, Leiter Personal & Organisationsentwicklung bei der OPED GmbH, betonte, dass derartige Aktionen eine „Win-Win -Situation“ für die gemeinnützige Organisation und für das Unternehmen sind und auch sein sollten, damit die Mitarbeiter mit Begeisterung dabei sind. Einerseits wird Mitarbeitern und Azubis die Möglichkeit gegeben, sich persönlich weiter zu entwickeln und die gewonnenen Erfahrungen wieder in den Arbeitsalltag einzubauen. Andererseits können gemeinnützige Organisationen ihre Leistungen erlebbar machen, Engagierte hinzugewinnen oder auch direkt von der Arbeitsleistung profitieren, wenn man bedenkt, dass Mitarbeiter eines Unternehmens beispielsweise bei Bauprojekten mitwirken. Selbst ungewöhnliche aber sehr nützliche Aktionen wie ein „Blutspendewettbewerb“ zwischen Abteilungen oder Unternehmen kamen zur Sprache. Der Kreativität sind beim „Corporate Citizenship“ keine Grenzen gesetzt!

Ob es auch schlechtes „Corporate Citizenship“ gibt, wollte Moderatorin Christiane Goetz-Weimer von Monika Nitsche, Referentin für Bürgerschaftliches Engagement beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Bayern e.V., wissen. Vergleichbar mit „einer blinden Frau, der man über die Straße hilft“ sollte man im Vorfeld erst einmal abklären „ob die Dame überhaupt über die Straße will“. Auf das Unternehmen übertragen heißt das, nicht in der Geschäftsführungsebene zu bestimmen, ein „Corporate Citizenship“-Projekt anzupacken, sondern die Interessen ihrer Mitarbeiter aktiv miteinzubeziehen. Was passt zum Unternehmen und will man mit Kindern, mit Senioren, mit Behinderten zusammenarbeiten oder doch eher ein Umweltprojekt anpacken?

Wie man „Corporate Citizenship“ aktiv im Landkreis Miesbach vorantreiben kann, skizzierte Renate Volk, Geschäftsführerin der Freiwilligen-Agentur Tatendrang München. Bereits zum 6. Mal findet in München das Messeformat „Marktplatz Gute Geschäfte“ statt, um Unternehmen und gemeinnützige Organisationen an einem gemeinsamen Ort mit dem Ziel, „Gute Geschäfte“ abzuschließen, zusammenzubringen.

Die SMG Miesbach bringt dieses Format erstmals in den Landkreis. Der „1. Marktplatz Gute Geschäfte Landkreis Miesbach“ findet am 15. März 2018 im Oberbräu in Holzkirchen statt. Nähere Infos hierzu für interessierte Unternehmer und gemeinnützige Organisationen gibt es auf der Homepage der SMG unter www.smg-mb.de.

Die zahlreichen Fragen aus dem Publikum und die angeregten Diskussionen im Anschluss an das Kamingespräch, beim Ausklang mit Gulaschsuppe und Kaiserschmarrn, brachten schon an diesem Abend einige regionale Umsetzungsideen an den Tag und lassen schon gespannt auf den ,,1. Marktplatz Gute Geschäfte im Landkreis Miesbach‘‘ blicken.

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