Sichere Rendite und Strompreisbremse auf dem Gewerbedach

 

Einen UVM Impulsvortrag der etwas anderen Art erlebten rund 25 Unternehmer bei der OPED GmbH. Mit den Referenten „Solardoktor“ Dr. Andreas Horn und Stefan Mayrhofer von der ESS Solar GmbH aus Otterfing, sowie einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der Banken, erhielten die Unternehmer einen umfassenden Einblick in die aktuellen Rendite-, Finanzierungs- und Eigennutzungsmöglichkeiten bei Photovoltaikanlagen auf dem Gewerbedach. 

Der Glanz ist ab bei der Photovoltaik – so verbreiten es zumindest die Medien: Ein Preisverfall von 30 % bei der Einspeisevergütung seit 2012,  der Verlust von 70.000 Arbeitsplätzen in Deutschland und ein Rückgang der Inbetriebnahmen neuer Anlagen um den Faktor 8. Das sind Fakten, die Dr. Andreas Horn zu Beginn seines Impulsvortrages auf den Tisch legt.

 

Aber gerade aus dieser Konstellation ergeben sich Chancen für Unternehmen mit Dachflächen: Durch eine PV-Anlage große Teile des Strombedarfes im Betrieb zu decken bringt attraktive Renditen. Der darüber hinaus produzierte Strom kann immer noch kostendeckend eingespeist werden.  Da der  von der Bundesregierung geforderte Anteil an Solarenergie bei weitem nicht erreicht ist, steigt die Einspeisevergütung (voraussichtlich schon ab Oktober 2016) sogar wieder. Eine weitere Erlössteigerung für Strom aus PV-Anlagen ist zudem mit der EEG-Novelle 2017 gesichert.

 

Im Moment erhalten Produzenten von Solarstrom (abhängig von der Anlagengröße) ca. 12 Cent/kWh, während der Strombezug für ca. 21 Cent/kWh eingekauft werden muss. Diese 9 Cent abzüglich der EEG-Umlage sind der Gewinn des Anlageninvestors.

 

Der wahre Gewinn des Unternehmers liegt aber in der eingebauten Strompreisbremse bei einer eigenen PV-Anlage: Während der Strompreis jährlich steigt, produziert die PV-Anlage über einen Zeitraum von über 30 Jahren nahezu kostenlosen Strom zum Eigenbedarf. Je höher die Eigenverbrauchsquote, desto unabhängiger ist die Investition somit von der Strompreisentwicklung und  politischen EEG-Einfluss. Deshalb empfiehlt der Experte auch, die PV-Anlage im Betrieb so groß wie möglich zu planen. Abschließend rechnete Dr. Horn Wirtschaftlichkeitsprognosen von PV-Anlagen unterschiedlicher Größen vor und stellte die Renditemöglichkeiten dar.

 

Wie konkret der Weg von Beratung über Planung, Installation und Wartung für einen Gewerbebetrieb im Landkreis ausschauen könnte, präsentierte Stefan Mayrhofer von der ESS Solar GmbH aus Otterfing. Dieser appellierte besonders dafür, auf die Qualität der Module und nicht nur auf den Preis zu achten. Die Auswahl an Modulherstellern hat sich seit 2008 von ca. 1.000 auf 200 reduziert. Außerdem sind die Garantiebestimmungen der Hersteller sehr unterschiedlich und fordern beispielsweise, dass der Unternehmer bei Leistungsabfällen selbst nachweist, welche Module kaputt sind. Dies ist dann wieder mit erheblichen Analysekosten verbunden.

 

Die anschließende Podiumsdiskussion eröffnete unter der Moderation von Michael Brünner, Sprecher des Energiekreises im UVM, Andreas Haßler, Gründer der OPED GmbH, die seit 2011 eine 95 kWp PV Anlage auf dem Betriebsdach betreibt. Er rechnete vor, dass die Investitionssumme von knapp 240.000 € in 8-10  Jahren abbezahlt sein wird und danach nahezu kostenloser Strom für den Eigenbedarf sowie Gewinne aus der Einspeisung zu erwarten sind. Somit ist die PV-Anlage für die OPED GmbH ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Johann Pletl von der Kreissparkasse Miesbach Tegernsee und Horst Kürzeder von der Raiffeisenbank im Oberland eG erläuterten, dass der Einspeiseertrag als Sicherheit für die Anlagenfinanzierung abgetreten werden kann, somit müssen (entsprechende Bonität vorausgesetzt) keine weiteren Sicherheiten „verbraucht“ werden.

 

Das Podium beantwortete anschließend die Fragen des interessierten Publikums.

 

 

Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Fragen aus dem Publikum:

 

Wie ist die Entsorgung von PV-Anlagen geregelt und welche Rückbaukosten sind zu erwarten?

PV-Module beinhalten zahlreiche begehrte Rohstoffe wie Aluminium und Silizium. Die Rücknahme ist über das Elektroschrottgesetz geregelt. Es handelt sich keineswegs um eine Problemmüllentsorgung.

 

Verbraucht die Herstellung von PV-Modulen wirklich so viel Energie, sodass die ökologische Betrachtungsweise eigentlich eine Milchmädchenrechnung ist?

Nein. Nach 1-2 Jahren Betriebsdauer ist der Energieverbrauch für die Herstellung wieder neutralisiert. Da die Lebensdauer einer PV-Anlage bei über 30 Jahren liegt, ist dieses Argument nicht haltbar.

 

Ich habe eine Gewerbehalle, die vermietet wird – Wie funktioniert dort die Eigennutzung?

Man kann eine PV-Anlage auf das Gebäude bauen und dann an den Mieter verpachten. Falls man mehrere Mieter hat, gibt es Systeme, um den Strom vom Dach an die verschiedenen Parteien zu verteilen.

 

Wie attraktiv sind Energiespeicher für Unternehmen?

Die Preise für Energiespeicher sind aktuell noch sehr hoch. Wirtschaftlich lässt sich dadurch noch nicht arbeiten. Die Experten erwarten aber eine Senkung der Preise für Speicher in den nächsten Jahren, sodass die Installation interessant werden könnte. Von Seiten der KfW gibt es zudem Zuschüsse bei der Nachrüstung mit Energiespeichern.

 

Fazit:

Mit sicheren Kapitalrenditen von 5 – 10% und der reduzierten Abhängigkeit von Strompreissteigerungen bieten PV-Anlagen für Gewerbe und Gastronomie aktuell ideale Investitionsmöglichkeiten.

 

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