TOP 100 Award: Zwei Unternehmen aus dem Landkreis ausgezeichnet

Die TOP 100-Unternehmen gehören zum Innovativsten, was der Mittelstand zu bieten hat. Sie setzen Maßstäbe und lassen ihre Wettbewerber hinter sich. Bei einer erfolgreichen Teilnahme an TOP 100 macht das Siegel auch Ihre Innovationskraft und Ihren Innovationserfolg auf den ersten Blick sichtbar. Dieses Jahr wurden mit dem UVM-Mitglied Frank Dental (Gmund) und der Moralt AG (Hausham) gleich zwei Unternehmen aus dem Landkreis ausgezeichnet.

 

Frank Dental: Dentaltechnologie vom Tegernsee

 

Der Besuch eines Außendienstmit­arbeiters löst keineswegs immer Freude aus. Oftmals fühlt man sich eher von der Arbeit abgehalten oder gestört. Die Frank Dental GmbH, die über 4.000 verschiedene Instru­mente und Produkte für den Dental­bereich herstellt, geht bei deren Vermarktung konsequent andere Wege: Statt auf Außendienstler setzt sie auf eine clevere Kombination aus Telesales und Sortimentsmappen oder ­-koffern, die per Paketdienst direkt zum Kunden kommen.

 
Dieses Familienunternehmen versteht sich als Experte für hochwertige rotierende Instrumente. Die stellt es in Deutschland her und liefert sie zu einem fairen Preis und absolut bedarfsangepasst an Zahnarztpraxen, Oralchirurgen oder zahntechnische Labore. Zudem bietet der Mittelständler den Kunden seine Produkte kostenfrei zum Ausprobieren und stellt eine „RotaCard“ nebst „RotaBox“ zur Verfügung. Die ermöglichen es dem Praxis- oder Laborpersonal auf eine komfortable Art und Weise genau die Bohrer und Fräser nachzubestellen, die es benötigt. Ein innovatives Bestell- und Lieferverfahren, das Fehlerquellen von vornherein minimiert und die Liquidität des Zahnarztes oder Laborinhabers schont, weil er nicht mehr auf Vorrat einkaufen muss.


Vorreiter bei neuen Produkten

 
Auch bei der Entwicklung neuer Werkzeuge und Instrumente hat der agile Hersteller immer häufiger eine Vorreiterrolle. Beispielsweise dank der Entwicklung eines Kronentrenners speziell für den Zahnersatz aus Zirkon: Dieses sehr harte Keramikmaterial kann mit gewöhnlichen Standardinstrumenten nur sehr zeitaufwendig bearbeitet werden. Solche Innovationsideen erhält das Familienunternehmen durch den Austausch mit seinen Kunden und durch die gezielte Pflege der Kontakte zu Ärztestammtischen.

 
Offen für neue Ideen


Die Unternehmensleitung ist stets offen für Ideen – ob ein Zahntechniker nach neuartigen Hochleistungs- Bearbeitungsmaschinen für Teleskopprothesen fragt oder der Produktionsleiter einen Vorschlag macht, wie man bei der Fertigung von Diamantbohrern gleich drei Arbeitsschritte einsparen kann. Innovationsideen erhält die Inhaberfamilie auch durch Kontakte nach außen, etwa beim Innovationsfrühstück des Miesbacher Unternehmerverbands. Dieser „Familienmanufaktur“ mit Sitz in Gmund am Tegernsee sind Nachhaltigkeit und regionale Zugehörigkeit wichtig: Kunden, die eine Werksbesichtigung oder Fortbildung am Tegernsee machen, erhalten Prämien direkt aus Oberbayern. Diese kleinen Extras freuen den Kunden – und kosten zudem viel weniger als ein aufwendiger Außendienst.

 

Moralt AG: Mit Partnern zum Erfolg

 

Eine hohe Innovationsbereitschaft des Top-Managements – das ist bei der Moralt AG ein entscheidender Antrieb für marktprägende Entwicklungen. Dieser Hersteller von Tür- Vorprodukten und Systemlösungen für Funktionstüren entwickelte das erste Lizenzsystem für rahmenlose Brand- und Rauchschutztüren auf Plattenbasis für den deutschen Markt. Dabei setzte die Geschäftsführung zusammen mit Kooperationspartnern auf den Gemeinschaftserfolg. Auch im Innovationsmarketing bindet man konsequent externe Partner ein.


„Die Entwicklung des Lizenzsystems war eine bedeutende Investition, die wir gemeinsam mit Partnern realisieren konnten. Ende 2015 haben wir dann die alleinigen Rechte übernommen“, berichtet der Vorstand Klaus Feile. Über das Prinzip der Partnerschaft realisiert das Top-Management auch viele andere Projekte. „Der erzielte Gemeinschaftserfolg ist mehr wert als die Summe der erzielbaren Einzelerfolge“, erläutert Klaus Feile.

 
Multiplikatoren am Markt

 
Auch in ihr Innovationsmarketing bindet die Moralt AG externe Partner ein. In den Phasen der Ideenfindung und der Markt- und Wettbewerbsanalyse stammen sie aus dem Kundenkreis: Die Vertriebsmitarbeiter initiieren zusammen mit Vertriebspartnern, Holzfachhändlern und Lizenznehmern neue Projekte. Für das Produktdesign wiederum werden Kooperationspartner einbezogen, die auf Türenzubehör spezialisiert sind. All diese Partner bilden nach der Markteinführung wichtige Multiplikatoren, die mit ihren Vertriebsorganisationen am Markterfolg mitwirken. An der Produkt- und Systemrealisierung arbeiten bedarfsweise Projektingenieure oder Diplomanden mit. Und bei der technischen Umsetzung in der Produktion lässt sich dieser Systemhersteller von Spezialmaschinen- und Anlagenbauern beraten.


Internationale Ausrichtung

 
Auch auf internationaler Ebene sucht die Geschäftsleitung den Schulterschluss: mit Lizenznehmern, Kunden und Vertriebspartnern aus europäischen Mitgliedsstaaten, etwa bei der Entwicklung von Funktionstüren für den europäischen Markt. Das Produktdesign diskutierte man dann mit Prüfinstituten verschiedener europäischer Länder. In naher Zukunft steht bei der Moralt AG eine Prozessoptimierung auf dem Programm: „Wir ziehen nach nunmehr 100 Jahren von Bad Tölz nach Miesbach um. Das wird eine deutliche Modernisierung unserer Entwicklung und Produktion bewirken – beste Voraussetzungen also für künftige Innovationen“, kündigt Klaus Feile an.

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