Zerstören sie ihr Geschäftsmodell!

Ob Hotelier, Handwerker oder Landwirt – die Frage lautet für alle gleich: Wie soll mit der Digitalisierung umgegangen werden? Eckardt Schwarzer bot in einem Impulsvortrag Antworten und machte eines vorab klar: Weitermachen wie bisher, funktioniert nicht mehr.

Etwa 40 Teilnehmer haben sich im Konferenzraum des DAS TEGERNSEE versammelt, um den Impulsvortrag „Digitalisierung – und dann?“ des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der DATEV e.G. zu hören. Sie wollen mehr über die digitale Revolution erfahren, die nicht nur sie, sondern Unternehmer überall auf der Welt umtreibt. 
 

Im Rahmen der UVM Akademie erläutert Eckhardt Schwarzer Mitgliedern des Unternehmerverbandes Miesbach die Rezeptur für einen erfolgreichen Wandel, hin zum Geschäftsmodell 4.0.

Als Verantwortlicher für Marketing und Vertrieb kurbelt Schwarzer die Innovationskultur bei dem Steuersoftware-Dienstleister an vorderster Stelle an und hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein Wissen mit anderen zu teilen. Seiner Erfahrung nach neigen deutsche Mittelständler eher dazu, die Digitalisierung von der technischen Seite zu betrachten. Stattdessen sollten Unternehmer lieber regelmäßig die Perspektive mit den Kunden wechseln: „Setzen Sie sich zusammen, laden Sie Zulieferer und Kunden ein und sprechen Sie darüber, was wer braucht. Da erfahren Sie, was Sie über ihr Produkt oder Dienstleistung wissen müssen, um es für die Zukunft fit zu machen.“

Die erfolgreichen Vertreter der New Economy folgen laut dem Diplom-Volkswirt den gleichen Paradigmen. Sie ignorieren radikal bestehende Ordnungen und bieten Lösungen, die sich direkt an Bedürfnissen und Gegebenheiten orientieren ohne dabei auf statische Institutionen zu setzen. Indem sie möglichst flexible und offene Strukturen schaffen, sichern sie sich die vorderen Plätze im Wettbewerb um die neuen Märkte. Als Beispiele nennt er AirBnB, die digitale Plattform, die Privatunterkünfte vermittelt ohne eine einzige Immobilie zu besitzen, die App Uber, die Taxiunternehmen Konkurrenz macht oder Dentallabors, die Zahnersatz mittels 3D-Druck herstellen.

Schwarzer spricht frei, ohne Notizen oder Mikrofon von technischem Fortschritt, den Gesetzen der Digitalisierung und kündigt an: „Bei den Geschäftsmodellen der Zukunft geht es nicht, um die Verlängerung eines bereits bestehenden Systems mit Apps oder Websites. Vielmehr geht es, um das nächste Level des Geschäftsmodells, das ohne digitale Innovationen nicht erreicht werden könnte“ und empfiehlt weiter „Zerstören sie ihr Geschäftsmodell! Sprechen sie mit branchenfremden Unternehmen, die nichts mit ihrem Unternehmen zu tun haben und denken Sie ihr Produkt von vorn. An genau dieser Stelle liegt der Schlüssel zum Erfolg für die Zukunft.“

Welchen Weg die Teilnehmer mit Ihren Unternehmen einschlagen werden, bleibt abzuwarten. Wer sich traut, geht die Digitalisierung an, wie Eckhardt Schwarzer bei DATEV, die konsequent an der Entwicklung neuer Dienstleistungskonzepte arbeiten, die weit mehr können als das Kerngeschäft vermuten lässt.

 

Der Referent Eckhard Schwarzer: stellvertretender Vorstandsvorsitzender DATEV eG

Eckhard Schwarzer legte 1984 sein Examen zum Diplom-Volkswirt (Univ.), nach seinem Studium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ab.

Seit November 1985 ist er bei der DATEV eG in Nürnberg beschäftigt. Von 1999 bis September 2008 arbeitet er hier als Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung. Hierbei ist er verantwortlich für das Produktmanagement, den Service und die Logistik der Software-Angebote und Dienstleistungen des DATEV-Kerngeschäftes. Im Oktober 2008 wird er Mitglied des Vorstandes für den Bereich Service und Vertrieb und seit Juli 2014 fungiert er als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DATEV eG.

Im Dezember 2015 übernimmt er darüber hinaus noch den Posten als Vorstandsvorsitzender der DATEV-Stiftung Zukunft.

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